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SH oder "Das Geheimnis aus Wien"

#1 von rejon ( gelöscht ) , 24.02.2011 23:37

Heute ist wieder so ein Tag, neblig und trübe und die feuchte Kälte dringt einem in die Glieder.

Da bleibt nur eins, ein wärmendes Bad, den Morgenrock übergeworfen und sich zurückziehen.
Der heiße duftende Tee tut gut und die leise züngelnden Flammen im Kamin wecken die Lebensgeister, die für heute schon verschwunden schienen.

Wohlan, da hatte mir mein guter Freund Thomas bei seinem Besuch eine Aufgabe gestellt, die es zu lösen gilt.

[i]Ich hab´ Dir da was mitgebracht – analysier den mal! [/i]

Nun gut, es wird ein langer Abend und lange Abende sind wie geschaffen für ausgiebige Analysen!

Da liegt sie nun vor mir, eine Tabaksdose, wie wir sie alle kennen.

Dunkelrotes Etikett mit weißen Lettern, ohne Firlefanz, nüchtern, sachlich.

Der Name, dieser Name – an wen erinnert er mich wohl?

Ach ja, da gab es einen ehemaligen Chemiestudenten, der es zusammen mit einem Freund und Kollegen zu einer doch recht ansehnlichen Berühmtheit gebracht hat.
Gut möglich, dass der noble Hersteller mit dieser Mixtur an ihn erinnern möchte 

Nun, Chemiker bin ich nicht aber schauen wir mal, ob ich es mit meinen bescheidenen analytischen Sinnen schaffe, das Geheimnis zu lüften, das sich in der versiegelten Box befindet.
Gott sei Dank, brauche ich nicht die Werkzeuge eines Gerichtsmediziners um ans Innere zu gelangen.
Der Spatel meines Pfeifenbestecks genügt, um der Dose dieses leise Zischen zu entlocken, dass ich schon so oft gehört habe.
Eigentlich hört es sich ja immer gleich an und doch ist es jedes Mal wieder ein Vergnügen, nach dem Drehen des Deckels, den ersten Dufthauch des Aromas in den Nasenflügeln zu spüren.
Meist ist es zwar der wohlbekannte, geliebte Geruch aber manchmal, so wie heute, ist man doch gespannt wie ein Flitzebogen, was einen wohl erwartet.

Ha – ein Versuch der Bestechung:
Der Überbringer weiß ganz genau, dass Virginia Tabak mein absoluter Favorit ist und hier rieche ich süßen Virginia, der sich in den Vordergrund drängt. Aber es ist noch etwas anderes da, daß ich noch nicht definieren kann.

Der Verdacht eines Flavourings drängt sich auf – aber was nur kann es sein?

Ich versuche alle meine Geruchserinnerungen zu aktivieren und da plötzlich kommt es: Tee!

Ein Duft, ähnlich wie beim Öffnen eines Päckchen Darjeelings!
Nein, es liegt nicht an dem Schluck aus der Tasse, den ich gerade genommen habe – wirklich:

Ich vernehme trotz aller Tabaksüße im Vordergrund, ganz deutlich den Geruch von schwarzem Tee!

A very mysterious blend indeed, my dear Thomas 

Laut Beschreibung des Herstellers handelt es sich ja angeblich um ein naturbelassenes Rezept aus der Zeit um 1880 also zur Blütezeit des englischen Tee´s. Da ist es gut möglich, dass man den damaligen Vorlieben Rechnung getragen hat und, wie auch immer das gelungen ist, in dieser Mixtur den Duft von fermentiertem Tee zu erzeugen.

It tastes very british 

Schritt für Schritt möchte ich nun in meiner Analyse fortfahren.

Die Optik: Ich gebe bei einem Tabak nicht viel auf die Optik, denn die kann man nicht rauchen. Und spätestens wenn der Tobak in der Pfeife ist, interessiert die Optik nicht mehr.
Um aber ja nicht das kleinste Detail zu übersehen, werde ich dies auch noch analysieren.

Rote und gelbe, langfasrige Tabakfäden in einem „Loose Cut“ , die ein unkompliziertes Stopfen und Rauchverhalten versprechen.

Aber gleich bei der ersten Berührung, kommen mir diesbezüglich Zweifel - feucht ist er, sehr feucht.

Passend zum Wetter draußen und er wird mir nun hoffentlich nicht, den jetzt doch höchst interessant gewordenen Abend durch Unwilligkeit verderben 

Diesem Zweifel kann nur ein empirischer Feldversuch Abhilfe schaffen!

Um dem Namensgeber Ehre zu erweisen, kann man diesen Tabak eigentlich nur in einer „Full Bent“ füllen, was ich denn nun auch tue (wenn er allerdings wüsste, dass es sich um eine meiner „Italienerinnen“ handelt und nicht um ein britisches Produkt, würde er sich wohl im Grabe umdrehen!)

Feuer! Kein großes Aufbäumen – Glattstreichen – Nachzünden – und er brennt trotz aller Zweifel willig bis zum Ende.

Faszinierend! (Oh, dieses Zitat stammt nicht von unserem, sondern von einem anderen Filmhelden)

Nein, man hat nicht versucht, mich hinter´s Licht zu führen.
Dieser Tabak ist echt und angenehm im Rauch. Stark und doch mild, sättigend und ohne jede Spur von Bissigkeit!

Eine empfehlenswerte Mixtur, für jeden, der eine naturbelassene, Virginia Komposition versuchen möchte.

Und sollte es Kohlhaase und Kopp doch geschafft haben, mir ein Flavouring unterzujubeln, so verzeihe ich es ihnen. Mir schmeckt diese Mixtur nach einem alten Rezept und wird seinen festen Platz in der Bar finden.

Und alles muß ich ja nicht herausfinden, wie der berühmte Namensgeber dieses Krauts, dem Meister der Kobinationsgabe 

… und wer´s jetzt immer noch nicht weiß, wie der Tobak heißt:


http://www.danpipe.de/Pfeifen-Tabak-Pete...es-P_15720.html

rejon

RE: SH oder "Das Geheimnis aus Wien"

#2 von tombaz ( gelöscht ) , 25.02.2011 06:35

Selsbst leidlich eingeweihte wissen das man es diesem Feinspitz nur schwer recht machen kann, mit Rauchtabak kann man seinen Geschmacksnerven sowieso nur ziemlich selten schmeicheln. In diesem Falle scheints ein Volltreffer gewesen zu sein, andererseits würde er seine spärliche Freizeit nicht mit so einem gelungenem Review vergeigen. Dementsprechend hau ich mir mal selbstzufrieden auf die stolzgeschwellte Brust und bedanke mich für die stilvollen Zeilen.....

Geht scho Fritz....

Thomas

tombaz
zuletzt bearbeitet 25.02.2011 06:36 | Top

RE: SH oder "Das Geheimnis aus Wien"

#3 von Arno , 03.03.2011 20:41

Der Grantler war doch wieder liab .... ;)


Gruss Arno



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