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RE: Reiseimpressionen und - empfehlungen

#26 von Elke ( gelöscht ) , 04.11.2010 03:04

Oh, da planst du aber eine tolle Reise. Die tibetischen Klöster und die Landschaften würden mich auch sehr interessieren. Wenn ich nicht so eine heiden Angst vorm Fliegen hätte. Umso mehr freue ich mich auf deine Reiseberichte und natürlich sind wir an den Brasilienberichten interessiert. Das mit den Drogenstationen hört sich auch sehr interessant an. Hast du die Gebäude gebaut oder richtig in den Drogenstationen gearbeitet?

Liebe Grüße
Elke

Elke

RE: Reiseimpressionen und - empfehlungen

#27 von PL ( gelöscht ) , 04.11.2010 09:48

Bei der Anfrage nach dem Interesse geht es nicht darum, gebauchmiezelt zu werden. Meine Zeit ist aber sehr bemessen und ich muß abwägen, was ich tue


Einer meiner 10 Wünsche hinsichtlich des Reisens war der Wunsch Nr 5 – Einmal das Kreuz des Südens sehen

Nun ergab es sich anfags der 90iger Jahre, ich war damals Amtsleiter für Umweltschutz in einem Landratsamt, dass ein Brasilianer in Schlips und Kragen in meinem Büro erschien und die Dienste (Abfallentsorgung) seiner Firma anbot. Ich, standesgemaß als Umweltfuzzi in Jesuslatschen, T-shirt und Hotpants hörte ihm wohlwollend zu. Es dauerte dann (die offizielle Arbeitszeit war lange vorbei) nicht lange, so erledigte er sich seiner Utensilien alberner geschäftsmäßiger Aufmachung und bald saßen wir nach den offiziellen Teil mit einer dicken Brasil und einem guten Whisky beim Plausch über sein Heimatland.
So wurde ich auf dieses gewaltige Land, über 20 x so groß wie Deutschland, aufmerksam – noch dazu, weil das Kreuz des Südens über ihm hängt. 1994 war es dann soweit. Küsschen an Frau und Kind und rein ein den Billigflieger nach Sao Paulo.
Keine Ahnung, was mich dort erwartet. Der Zufall wollte es, dass ich zwischen Sao Paulo und Rio auf einen Station bei Guaratingueta für Drogensüchtige stieß. Bar jeglicher Sprachkenntnisse gelang es mir doch, mich verständlich zu machen und wurde zu Frei Hans (Bruder Hans) dem deutschen Franziskanermönch geleitet, der die Station führte. Schnell stellten wir fest, dass wir der gleiche gute Jahrgang 1945 sind, trotz riesiger Unterschiede zwischen einem Katholiken und Atheisten mit 45 Jahren kommunistischer Einwirkung ähnliche Auffassungen über die Welt hatten und beide im gewissen Sinne Macher waren.
Er erklärte mir die Station und die Methoden, den Süchtigen zu helfen und ich fragte, was ich beitragen könnte. Was kannst Du?- fragte er. Ich: Spielplätze bauen; Umweltprojekte anschieben und begleiten; mich in fremde Situationen eindenken und Menschen führen.
.. Na dann fangen wir doch mal mit den Spielplätzen an, meinte er und zeigte mir die Kindergärten für Strassenkinder, die ebenfalls in Obhut der Franziskaner geführt wurden.


Ja uns so begann eine Etappe meines Lebens, die zu 8 kurzen Reisen nach Brasilien führte, in denen 10 Spielanlagen, 2 Freizeitplätze und etliche Umweltprojekte realisiert wurden.
Vielleicht, um der Frage zuvorzukommen – finanziert wurde mein Teil durch uns (meine Frau und ich) selbst. Wir meinen, bares Geld geben wir nicht, weil die Wege sich oft ins Nirvana verlieren – wir agieren aktiv selbst, dann werden Abenteuerlust und Helferbereitschaft gleichzeitig bedient.
Nachfolgendes Bild zeigt die Stationen meines Aufenthaltes auf den verschiedensten Drogenstationen des Landes


Der Winter ist lang und so werde ich bei Lust, Interesse und Zeit, einzelne Beiträge zu den verschiedensten Projekten nachschieben

PL

RE: Reiseimpressionen und - empfehlungen

#28 von toby ( gelöscht ) , 04.11.2010 19:45

Zitat
Was kannst Du?- fragte er. Ich: Spielplätze bauen; Umweltprojekte anschieben und begleiten; mich in fremde Situationen eindenken und Menschen führen.
.. Na dann fangen wir doch mal mit den Spielplätzen an, meinte er und zeigte mir die Kindergärten für Strassenkinder, die ebenfalls in Obhut der Franziskaner geführt wurden.




Hallo Peter,
hast du auch Bilder von den Spielplätzen...etc.

du kannst super erzählen,ich war noch nie in Südamerika.

toby

RE: Reiseimpressionen und - empfehlungen

#29 von PL ( gelöscht ) , 05.11.2010 00:33

Zitat
hast du auch Bilder von den Spielplätzen...etc.


mal so als Vorabinfo - weiteres mit vielen Bilder dann später irgendwann

PL

RE: Reiseimpressionen und - empfehlungen

#30 von PL ( gelöscht ) , 07.11.2010 17:07

Brasilien 2

Nach 15 Stunden Flug von Leipzig bis Rio war das Warten und Umsteigen in den Inlandflieger über ca 3000 km nach Recife über alle möglichen Urwaldnester schon Tortur genug. Von dort aus sollte es dann weiter nach Teressina gehen. Beim Neuenschecken ein Riesenschreck: Tasche mit allen Papieren, Flugkarten und Geld weg – geklaut. Und nur noch 50 min bis zum Abflug. Die Polizei hatte ein kleines Büro in der Flughafenbaracke. Der Kerl dort mit lässig zurückgeschobener Mütze Beine auf dem Tisch und Fußball glotzen. Er estimierte mich überhaupt nicht. Da gab es nur eine Möglichkeit – Stecker des Fernsehers ziehen .
Hochrot vor Wut drehte er sich zu mir um, bemerkte, dass ich mind. 30 kg mehr auf die Waage brachte und 2 Köpfe größer war rief, als er den Ausländer in mir bemerkte, einen Kollegen- der rief per Handy einen Halbstarken. Dieser jagte los und brachte nach 5 Min meine Tasche – ohne Geld aber mit Papieren und Flugkarten – Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Von Teressina (Teressina ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Piauí. Piauí und Maranhão sind die wohl ärmsten Bundesstaaten Brasilien und liegen im Nordosten – ehemaligem Sklavenland mit Baumwollanbau.
Coroata in Maranhão war mein eigentliches Ziel, zu dem mich dann ein Jeep der dortigen Drogenstation brachte.
Dort lebt ein Großteil der Bevölkerung als Waldbauern oder in Siedlungen der Stadt in bitterster Armut.


Zu Pferde bin ich des öfteren mit den Nonnen des dortigen Konvents in den Urwald zu diesen Waldbauern geritten (Anders – außer zu Fuß – kommt man dort nicht hin)
. Sie bringen den Kindern dort manchmal ein wenig Spielzeug, etwas zu Essen und sehen nach dem Rechten. Als ausgebildete Krankenschwestern wird auch sofort bei Bedarf vor Ort geholfen.

Übrigens Waldbauer (Hinterwäldler) heißt Caipira. Die waren zumeist auch die Konsumenten des Caipirinha, der Getränkes der Allerärmsten

Die Drogensüchtigen aus allen Teil des Landes und auch aus Europa


bekommen auf den Stationen (Facenda da Esperança/ Höfe der Hoffnung) Hilfe nach den Prinzipien von Paulus
- trabalhar e rezar ( Arbeite und Bete)
- Não trabalhar não coma (Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen)
3 Monate kalter Entzug ohne zusätzliche Medikamente, dann 5 Monate festigen und dann 3 Monate bei der Hilfe der Neulinge) - Erfolgsquote um die 80%. Sie bekommen dort eine Ausbildung und somit bessere Startbedingungen für die Zeit danach. Leider sind viele zusätzlich durch HIV infiziert, das macht alles nicht leichter.

Das nächste Mal mehr zum Leben auf den Fazendas

PL

   

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