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Wie ist das mit der Inflation?

#1 von PL , 20.05.2010 17:53

Machen wir einmal eine ganz einfache Rechnung

Stellt Euch vor, zu Christi Geburt vor 2000 Jahren hätte uns ein Gönner 1,- € bei 2% Zinsen (ohne Zinseszins) angelegt. Dann hätten wir heute 439.286.205,05 €.(jeder Zinsrechner online wird diese Zahl angeben) Daß diese fast unendliche Vermehrung des Geldes nicht geht, sollte jedem einleuchten, schließlich stehen ja keine Werte dahinter (anscheinend aber den Analytikern, Spezialisten, Politikern und Bankern nicht)doch die Spekulanten, (denen ichn gar nichts überlehmen kann, nutzen sie ja nur die Gunst der Stunde) wissen das genau wie auch jeder andere mit gesundem Menschenverstand, was die Stunde geschlagen hat und das die Zeit wieder reif ist, Waren und Geld auf eine Ebene zu bringen. Der finanzielle Irrsinn der Verzinsung (schon Jesus soll die Verleiher aus gutem Grund aus dem Tempel gejagt haben und in der moslemischen Welt ist wucher eine Sünde))wird durch die immer wiederkehrenden Inflationen, Kriege usw reguliert. Wer nun guckt wie Oskar aus dem Mustopp- dem sollte gesagt werden, dass jetzt anscheinend wieder die Zeit dafür reif ist. Also entspannt Euch- nehmt einen Schrebergarten, züchtet Karnickel und baut Kartoffeln an. Die mit den Goldbarren und Silberlöffeln werden wie zur großen Inflation nach dem ersten und wie zu Hamsterkäufen nach dem zweiten Weltkrieg bald vor der Gartenpforte stehen und tauschen wollen Wir im Osten sind da ziemlich gelassen und kennen das noch: Trabianmeldung gegen 10 Kisten Tschechenbier und 50 Flaschen Ketchup-- oder 10 m² Fliesen gegen einen Satz Winterreifen

Ich gehe jetzt aufs Feld - Kartoffelreihen anhäufeln Tschüss

PL
zuletzt bearbeitet 21.05.2010 14:34 | Top

RE: Wie ist das mit der Inflation?

#2 von Clooney , 21.05.2010 02:04

Oder in gute Pfeifen (oder alte Gitarren)investieren:-)

Clooney

RE: Wie ist das mit der Inflation?

#3 von Elke , 21.05.2010 03:51

So abwegig sind deine Gedanken leider nicht, Peter. Deswegen kann ich mich auch nicht wirklich von Dingen trennen, wie z. B. Kleidungsstücken.

Das System der Banker habe ich auch noch nicht ganz verstanden. Schon seit der Einführung des Euros reden die Menschen von einer Inflation. Die Banker haben das als "gefühlte Inflation" abgewunken. Wie soll ich nun als Normalbürger den Unterschied zwischen einer gefühlten und einer tatsächlichen Inflation, die es nun auch lt. Banker schon seit einigen Jahren gibt, erkennen?

Ich meine, zu DM-Zeiten musste ich für einen vollen Einkaufswagen 100,00 DM hinlegen und seit dem Euro für den gleichen Einkauf 100,00 Euro, also 200,00 DM. Ich habe das aber nur gefühlt, die Preise haben sich nicht wirklich verdoppelt.

Naja, mein inneres Alarmsystem unterscheidet aber nicht zwischen fühlen und Tatsächlichkeit, also hebe ich alles schön auf, was man irgendwann noch mal gebrauchen könnte.

Und zur Kleinbäuerei werden wir bestimmt mal wieder zurück kommen. Bei der heutigen Globalisierung können für Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt bestimmt irgendwann höhere Preise erzielt werden als im Inland. Es ist doch heute schon lohnenswerter den Weizen nach China zu verkaufen.

Ich baue dann Tabak an und tausche gegen Kartoffeln oder eine gute Gitarre.

Liebe Grüße
Elke

Elke

RE: Wie ist das mit der Inflation?

#4 von PL , 21.05.2010 14:39

Nochmal zu meiner These, dass das Zinswesen Ursacne allen Übels ist. Wie ich sagte: Jesus soll seinerzeit die Wucherer aus dem Tempel gejagt haben und verzinste Darlehen oder Anlagen sind bei den Moslems untersagt

Grundlage für das islamische Finanzwesen ist das Zinsverbot. „Gott hat zwar den Handel erlaubt", sagt Islamwissenschaftler und Anwalt Kilian Bälz, der sich auf Finanztransaktionen mit islamischen Ländern spezialisiert hat. Verboten sei aber der „riba“. Über die genaue Bedeutung des Wortes streiten die Gelehrten: Die Minderheit legt „riba“ als „Wucher“ aus. Die Mehrheit versteht darunter jedoch alle Zinsen, und folglich sind festverzinsliche Darlehen untersagt. Gewinne sind nur dann erlaubt, wenn das unternehmerische Risiko mitgetragen wird.

Vielleicht sollte man daraus zumindest einen sinngemäßen Satz des Korans auch im Abendland anwenden: Gewinne sind nur dann erlaubt, wenn das unternehmerische Risiko mitgetragen wird.

PL

RE: Wie ist das mit der Inflation?

#5 von Arno , 21.05.2010 15:53

Hallo zusammen,

"riba" kann man auch mit "Reibach" übersetzen..

Peter schreibselte:

Zitat
Gewinne sind nur dann erlaubt, wenn das un
ternehmerische Risiko mitgetragen wird.



Demnach wären neben Aktien und vielen Rentenemissionen auch Termingeschäfte der bösen Art (Leerverkäufe) statthaft, da sie abhängig von den Grundwerten sind, z.B. dem Wert einer Aktiengesellschaft, der Zahlungsfähigkeit eines Landes, dem Wert von Rohstoffen u.ä..

Dagegen wäre dann z.B. das Spabruch zu verbieten, da damit kein Risiko verbunden ist.

Der Hase läuft aber anderswo in den Pfeffer. Bis Ende der 80'er Jahre hatten wir einen nahezu wissenschaftlich nachvollziehbaren Finanzmarkt. Risikopapiere wurden nicht vom "kleinen Mann" gehandelt, die Profis blieben damals eher unter sich.

Durch die Fonds wurde das Geschäft dann auch von den Mindestgrössen her aufgeweicht und "Lieschen Müller" konnte sich Scheibchen von Aktien und Renten kaufen. Der Markt wurde dann durch die Gier zum Casino, als das Internet jedem Friseur zwischen zwei Dauerwellen ermöglichte, an den internationalen und nationalen Terminbörsen zu zocken.

Es kommen natürlich noch andere Effekte dazu - aber im Kern hat man durch die Öffnung der Kapitalmärkte nur der Gier eine neue Spielwiese gegeben. Der Gier der "Kleinanleger" und der Gier der Banker nach hohen Provisionen und Gewinnen aus dem Handel.


Gruss Arno



www.verbilligen.de

 
Arno
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RE: Wie ist das mit der Inflation?

#6 von PL , 22.05.2010 19:41

Zitat
Arno : Der Markt wurde dann durch die Gier zum Casino, als das Internet jedem Friseur zwischen zwei Dauerwellen ermöglichte, an den internationalen und nationalen Terminbörsen zu zocken.



ist doch kein Problem- damit werden ja urmenschliche Bedürfnisse befriedigt. Alles was nicht verboten ist, ist eben erlaubt und da liegt der Hase im Pfeffer. Unsere gestiegenen Bedürfnisse haben aus dem Zehnten des Mittelalters das Drittel gemacht, was der Staat braucht, diese Bedürfnisse zu befriedigen und dessen Vertreter (die Politiker) um wieder gewählt zu werden.
Die Zange muß nach der Inflation, die kommen muß wie das Amen in der Kirche, um Geld und Warenwert wieder auf eine Ebene zu bringen, bei der Zinspolitik (nenne es meinetwegen auch Erlöse, Prämien, Boni usw - alles eben, was durch den Handel mit dem das ansich wertlosen -soweit keine vergegenständlichte Arbeit dahintersteckt- "verdient" wird ) angesetzt werden - der immer wieder gleiche Zyclus ist sonst unvermeidbar. Und wir sollten froh sein, wenn es diesmal nur eine reine Infltion ohne den sonst vorangehenden Krieg ist

PL
zuletzt bearbeitet 22.05.2010 20:41 | Top

   

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