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Prinzipielle Schwierigkeiten der fachl. Kommunikation

#1 von PL , 11.03.2010 09:41

Wie jüngst beobachtet werden konnte, scheint eine sachliche Diskussion über den Pfeifenbau in einem Pfeifen -Forum nur sehr schwer möglich. Woran mag das liegen?

Ist das Thema Tabakspfeifenbau zu sehr emotional besetzt?
ich glaube kaum - denn speziell Pfeifenbau tangiert nur wenige User. Beim Thema Endprodukt (Pfeife) träfe das schon eher zu.
Seltsamerweise schalten sich aber oft (man sehe sich nur um in den einschlägigen virtuellen Diskussionskreisen) User ein, die noch nie ein Stück Holz zum Bearbeiten in der Hand hielten. Hinsichtlich gestellter Fragen zur Bearbeitung ist das i.O. und gewünscht - hinsichtlich zerstörender Aktivitäten oder einer Lächerlich-machung eher lästig.

Ist der Markt so eng, dass sich Pfeifenbauer schwer sachlich über die fachlichen Probleme austauschen wollen und lieber eine heile werkstattinterne Welt vorgaukeln?
Der Markt ist eng und die Anzahl der Mitbewerber groß - da zählen Alleinstellungsmerkmale der Produkte und Marketing. Das allerdings dürfte kein Grund sein, auf eine fachliche Auseinandersetzung zu verzichten. Vielmehr sind die Störer oft fachlich inkompetente (was die reine Holzverarbeitung betrifft) auf Stunk lauernde Mitleser, die ihre Mittel nutzen, Themen ins Lächerlich zu ziehen, über Nebenkontakte die Diskutierenden aufeinander negativ einzustimmen oder den sachlichen Disput zu torpedieren.
Ich halte es für ausgeschlossen, dass es derartige Auswüchse in anderen (zB mich tangierenden) Fachbereichen der Holzbearbeitung (für uns Spielzeug und Holzunikate) geben könnte. obwohl gerade in diesen Bereichen es genügend Möglichkeiten gäbe. In diesen Bereichen kenne ich nur sauberen kollegialen Umgang und bedarfsgerechte Hilfe und Unterstützung.

Was ist der Pfeifenbau hinsichtlich seiner Einordnung?
Darüber ist bereits oftmals hinreichend und trefflich gestritten worden. Wenn andere meinen, dass damit Kunst produziert wird, ist es nach meiner Meinung und nach jahrhundertealten Maßstäben zu erstmal ein profanes Handwerk, welches die großen Könner auf dem Gebiet an den Bereich des Kunsthandwerks verschieben. Aber trotzdem ist es reines Handwerk und sollte auch so bewertet werden. Auch hinsichtlich der Preise: Materialkosten + Arbeitsaufwand + Nebenkosten = Nettopreis - eben nach Handwerkermanier. Aber wie gesagt- da scheiden sich Geister und Meinungen und es ist alles dazu ohne dauerhaften Konsens gesagt worden. Jeder mag und soll da handeln wie es beliebt, solange eben keine regulierende Kammer dazwischenfunkt.

Gibt es eigentlich eine richtige "Zunft" der Pfeifenbauer? - wenn nein, liegen darin die Ursachen für oben Benanntes?
Die Beantwortung dieser Frage kann nur meine persönliche Meinung ausdrücken. Ich kenne die strukturelle Eingliederung anderer Pfeifenbauer nicht oder nur in wenigen Fällen. Ich weiß nicht, wer das als Hauptberuf ausübt und über eine Kammer erfasst ist. Unsere Manufaktur ist in der Handwerkskammer zu Leipzig (auch mit dem Teilbereich Pfeifenbau) mit allen Pflichten und Rechten eingetragen. Das Finanzamt übt eine entsprechende Kontrolle über alle Geschäftsgänge aus.
Aber andere gleichproduzierende Kollegen sind m.E. dort (in der Handwerksrolle Leipzig) nicht. Inwieweit in der IHK, mit einfachem Gewerbeschein oder im freischaffenden Bereich (die Gesetzgebung läßt dieses Gewerbe für den Bereich Freischaffender kaum zu) ist mir nicht bekannt. So kann über diese regulierende Insttution wohl auch kein innerdisziplinärer Kontakt aufkommen. Wenn das in anderen Bundesländern ähnlich ist, Pfeifenbauer evtl als Freischaffende oder innerhalb der Zuverdienstgrenzen fertigen, können die o.g. Probleme durchaus hier die Ursachen haben. Aus dieser Konstellation heraus hat wohl niemand einen Grund, auf breiter Front gegen Störer und Schwätzer vorzugehen. Eher versammelt man die Fangemeinde um sich und schießt gemeinsam aus allen Rohren auf den vermeindlichen Gegner.

Warum schreibe ich das?
Das Problem kenne ich seit Jahren - habe aber weder bis jüngst mit Anderen darüber ausgiebig diskutiert noch eine Analyse versucht. Allerdings leidet die Werkstatt unter diesen Auswüchsen. Erklärungen, Richtigstellungen usw rauben die Zeit

Fazit:
Es gibt andere interne Möglichkeiten des Austausches mit Gleichgesinnten. Im Forum werde ich zukünftig nur noch als interessierter Pfeifenfreund agieren und ab und zu einen AD Hinweis listen. An öffentlichen Fachgesprächen werde ich mich wohl zukünftig nicht mehr beteiligen.

Peter Lehmann

Lehmannsche Werkstätten GbR Hausdorf
http://www.lehmannschewerkstaetten.com

PL
zuletzt bearbeitet 11.03.2010 13:34 | Top

RE: Prinzipielle Schwierigkeiten der fachl. Kommunikation

#2 von Arno , 11.03.2010 15:06

Zitat von PL

Ist das Thema Tabakspfeifenbau zu sehr emotional besetzt?
.... Hinsichtlich gestellter Fragen zur Bearbeitung ist das i.O. und gewünscht - hinsichtlich zerstörender Aktivitäten oder einer Lächerlich-machung eher lästig....



Hallo Peter,

von diesen Typen ist dieses Forum frei - und bleibt es auch. Deshalb auch keinen Gästebereich, weil sich dort Gäste nicht wie solche benehmen konnten.




Zitat
Ist der Markt so eng, dass sich Pfeifenbauer schwer sachlich über die fachlichen Probleme austauschen wollen und lieber eine heile werkstattinterne Welt vorgaukeln?
Der Markt ist eng und die Anzahl der Mitbewerber groß - da zählen Alleinstellungsmerkmale der Produkte und Marketing. Das allerdings dürfte kein Grund sein, auf eine fachliche Auseinandersetzung zu verzichten. Vielmehr sind die Störer oft fachlich inkompetente (was die reine Holzverarbeitung betrifft) auf Stunk lauernde Mitleser, die ihre Mittel nutzen, Themen ins Lächerlich zu ziehen, über Nebenkontakte die Diskutierenden aufeinander negativ einzustimmen oder den sachlichen Disput zu torpedieren.



So ist es. Häme, Spott, Neid und Missgunst sind die Triebfedern. Niedere Motive. Hinzu kommt die generelle Problematik dieser Kommunikationsform, Elke hat dazu ja auch schon treffliches ausgeführt.


Zitat
Warum schreibe ich das?
Das Problem kenne ich seit Jahren - habe aber weder bis jüngst mit Anderen darüber ausgiebig diskutiert noch eine Analyse versucht. Allerdings leidet die Werkstatt unter diesen Auswüchsen. Erklärungen, Richtigstellungen usw rauben die Zeit



Das ist sicher ein zu zahlender Preis, wenn man gegen die Strömung schwimmt. Und damit kennen wir beide uns wohl bestens aus. Nicht viele Pfeifenmacher nehmen öffentlich überhaupt Stellung. Sie lesen zwar alles, aber antworten nicht und machen ihre Position nicht öffentlich. Deshalb gehen auch alle Versuche schief, ein Pfeifenmacherforum in Deutschland/Europa zu plazieren.






Zitat
Fazit:
Es gibt andere interne Möglichkeiten des Austausches mit Gleichgesinnten. Im Forum werde ich zukünftig nur noch als interessierter Pfeifenfreund agieren und ab und zu einen AD Hinweis listen. An öffentlichen Fachgesprächen werde ich mich wohl zukünftig nicht mehr beteiligen.

Peter Lehmann

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Dass ich mir das anders wünsche, ist wohl klar.


Gruss Arno



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RE: Prinzipielle Schwierigkeiten der fachl. Kommunikation

#3 von Arno , 11.03.2010 21:26

Hi Peter,

sieh mal an, heute Morgen hatte das Thema 29 Hits, jetzt sind es 78.

Darüber muss man ja nicht meckern. Damit ist dieses Thema heute der Quotenbringer für's Forum - aber jedenfalls sind Deine Ausführungen hier wohl so interessant, dass sie gelesen werden. Da die, die böswillig antworten wollen, es hier nicht können, wird es irgendwo in der Szene schon ein Geschmozel geben... ....ja und?

Ich wäre sehr interessiert wo es denn nun diesmal ausgeschlachtet wird. Solange es in daft-NG passiert, kann es ja jeder lesen... ....wenn, dann stell ich es ja auch hier ein. Nicht nur zu Deiner Kenntnis, auch wegen der derzeit tollen Zusammenarbeit zwischen der NG-daft und unserem Forum...

Mein Marketingstratege spült uns ja derzeit die Leser und Besucher nur zu. Als "Forenkläffer" bin ich darüber natürlich sehr erfreut.

Aber Scherzl beiseite. Bisher hat sich noch keiner der dafti-Burschen geäussert... Hast du die Luft mit Deiner analyse rausgenommen???? Oder scharren sie schon die Hufe und sammeln noch Böswilligkeiten...???

Wir schauen mal...


Gruss Arno



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RE: Prinzipielle Schwierigkeiten der fachl. Kommunikation

#4 von PL , 11.03.2010 22:31

Arno - ich habe weder das Ziel noch eine temporäre Absicht, dass sich irgendwer und irgendwo äußert. Ich habe auch nicht die Erwartung, dass sich jemand äußert. Ich will lediglich meine ganz persönlichen Überlegungen zu Pfeifenforen, deren Protagonisten und Leser darstellen. Bitte fordere durch solche Äußerungen nicht ein unqualifiziertes Geschwätz heraus - das schadet der Sache ungemein.
Ich habe zwar nicht das Recht dazu - aber wage es trotzdem: Halte einfach mal den Mund

PL

RE: Prinzipielle Schwierigkeiten der fachl. Kommunikation

#5 von Arno , 11.03.2010 22:34

O.K. - wenn's hilft...????


Gruss Arno



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RE: Prinzipielle Schwierigkeiten der fachl. Kommunikation

#6 von PL , 14.03.2010 22:56

Danke - es hilft. Die Spanner bleiben weg und die Interessierten suchen das Gespräch auf geeigneten Ebenen

PL
zuletzt bearbeitet 15.03.2010 08:15 | Top

   

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